Das Buch
Jan Costin Wagner adressiert ein hochrelevantes gesellschaftliches Problem in seinem meisterlich geschriebenen neuen Roman Am roten Strand: Wie kann und soll eine Gesellschaft mit Menschen umgehen, die Kinder begehren – und wie die Betroffenen mit ihren Neigungen? Wagner schickt den Leser in ein Wechselbad der Gefühle; er vermeidet jeden Sensationalismus, schont aber niemanden; er findet eine Sprache für das heikle Thema und entwirft einen Plot, der weit darüber hinausweist.
Gerade haben der Polizist Ben Neven und ein Kollege ein entführtes Kind befreit und einen der Täter gefasst. Da entdecken die Ermittler, dass die beiden Entführer Teil eines Netzwerks waren, Männer, die sich im Darknet austauschen und dort auch Übergriffe planen. Die Polizei kommt nach und nach auf ihre Spur und kann Einzelne von ihnen identifizieren – bald darauf allerdings werden zwei von ihnen ermordet. Die Ermittler finden sich in der paradoxen Situation wieder, dass sie einerseits gegen Verbrecher ermitteln, deren Taten in ihnen eine tiefe Verstörung auslösen – und dass sie diese Täter gleichzeitig vor einer unbekannten Bedrohung schützen müssen. Ein Buch, das grundsätzliche Fragen aufwirft und den Leser aufgewühlt zurücklässt.
