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Tourismusleitsystem - Historische Altstadt Fürstenberg (Oder)

Der historische Siedlungsansatz des heutigen Ortsteiles Fürstenberg (Oder) ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Er ist mit der strategisch und wirtschaftlich vorteilhaften Lage an der Oder zu erklären. Die ostbrandenburgische Stadtentstehungszeit in der Mitte des 13. Jahrhunderts (1252) trifft auch für Fürstenberg (Oder) zu. Fischer, Handwerker und Ackerbürger lebten hier.

Bald ein dreiviertel Jahrhundert später (1326) wird der heutige, nahegelegene Ortsteil Schönfließ erstmalig urkundlich im Zusammenhang mit der Besitznahme durch das Zisterzienserkloster Neuzelle erwähnt. Das Kloster übte wesentlichen wirtschaftlichen, kulturellen und administrativen Einfluss in der Region aus.

Wesentlicher für die Entwicklung des Siedlungsgefüges um Fürstenberg (Oder) und Schönfließ waren jedoch die wirtschaftlichen ? technischen Gründerjahre mit dem Eisenbahnbau 1846 und dem Kanalbau 1891, der Braunkohlengewinnung 1858 und der einsetzenden Industrialisierung.
So entstanden u.a. regional bedeutsame Industriebetriebe, wie die Fürstenberger Glashütte 1864 oder die Schiffswerften um 1881.
Im Jahr 1891 wurde der Oder?Spree-Kanal in Betrieb genommen. Damit erhielt Fürstenberg (Oder) eine herausgehobene Stellung aufgrund des stetig zunehmenden Schiffsverkehrs auf der Oder bedingt durch wachsende Transportmengen zwischen Breslau und Berlin sowie aus Richtung Stettin. Die drei gebauten Staustufen wurden im Jahr 1929 durch die neuerrichtete Zwillingschachtschleuse ersetzt.
Prägend für die städtebauliche Raumstruktur des Ortsteiles Fürstenberg (Oder) sind der kleinteilige Straßenaufbau, die Königstraße mit ihren Seitenstraßen und Gassen, Markt- und Lindenplatz mit typisch niedrig gehaltenen Geschäfts- und Bürgerhäusern. Fürstenberg (Oder) ist die Wurzel der ursprünglichen Stadtentwicklung, Entstehungsraum für das spätere metallurgische Zentrum mit seiner Wohnstadt und der geschichtsträchtigste Teil der heutigen Gesamtstadt.
Hervorgegangen aus den besonderen sozialen Strukturen, aus dem Leben der Einwohner nahm eine Kleinstadt Gestalt an, die zum größten Teil in ihrer Eigentümlichkeit erhalten blieb und heute einen unschätzbaren Wert für die Urbanität von Eisenhüttenstadt besitzt. Denkmalbereiche, wie das Altstadtensemble, die Bereiche Bahnhof- und Fellertstraße oder das Ensemble Wohnbebauung Kietz sowie die Pfarrkirche St. Nikolai, das Rathaus oder das Städtische Museum prägen das Antlitz von Fürstenberg (Oder) und sollen den Erhalt der historischen Bausubstanz mit sichern. Dem trägt auch die Durchführung eines förmlichen Sanierungsverfahrens sowie die Aufstellung einer Gestaltungssatzung für einen größeren räumlichen Geltungsbereich des Ortsteiles Rechnung.
Die wiedererrichtete Deichbrücke über den Oder-Spree Kanal ermöglicht eine intensive Nutzung des reich gegliederten Landschaftsraumes Obere Aue. Neben dem geschützten Landschaftsbestandteil im Bereich der Erlenhofteiche, den unterschiedlichen Gehölzflächen und den Kleingärten ist es vor allem die artenreiche Parkanlage- ,das Arboretum ? die als öffentliche, zweitgrößte gestaltete Grünanlage nach der ?Insel? einen besonderen Wert besitzt.

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