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Stadtgeschichte

Die ehemalige Wohnstadt (heutige Stadt Eisenhüttenstadt) und das Werk (heutige Arcelor Mittal Eisenhüttenstadt GmbH) wurden zwischen der ehemaligen Stadt  Fürstenberg (Oder) und der Gemeinde Schönfließ  errichtet (1950).

 

Fürstenberg (Oder) - die Stadt der Schiffer, Korbmacher und Glasbläser (Gründung um 1250 )

Fürstenberg (Oder) stellte die wirtschaftliche Stütze des ca. 8 km entfernten Klosters Neuzelle dar. (Im Jahr 1268 wurde das Zisterzienserklosters Neuzelle vom Markgrafen von Meißen gestiftet.)

Schönfließ - überwiegend Agrarproduktion   (Gründung um 1316)

 

Fürstenberg (Oder)

1400 Bau der  Nikolaikirche   zu Fürstenberg an der Oder
1604 Stadtbrand in Fürstenberg (Oder), Dachstuhl der Kirche abgebrannt
1618 -1648 im 30-jährigen Krieg hohe Schäden in Fürstenberg (Oder)
 
Schönfließ
   
-  1815 Angliederung der Niederlausitz an Preußen, dadurch grundlegende ökonomische Wandlung im Gebiet

 

bis 1826 waren vorhanden: 1 Holzwollfabrik, 1 Dampfziegelei, 1 Sägewerk, 1 Schmiede, 19 Korbmachereien, 18 Geschäfte und 3 Gaststätten
1847   unweit der Chaussee in Richtung Fünfeichen wurde Braunkohle entdeckt
1858 Beginn mit dem Abbau von Braunkohle durch die Bergbaugesellschaft "Präsident" Schönfließ entwickelt sich zur Industriegemeinde und bildet als Energielieferant die Grundlage für die
1864 errichtete Glashütte in  Fürstenberg (Oder)

ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts:

Gründung der Korbmacherinnung  (Durch Einführung der Amerikanischen Korbweide erhielt das Korbmacherhandwerk einen bedeutenden Aufschwung).

Fürstenberg (Oder)

1870/71 Erweiterung der Glashütte (in Vorbereitung des deutsch-französischen Krieges)
1873 Gründerkrise Einstellung jeglicher Erweiterungsabsichten
1877 Schließung Glashütte sowie Entlassung aller Arbeitskräfte
1879 Weiterbetrieb durch eine böhmische Glasmacherfamilie mit verändertem Produktionsprofil
um 1881 Aufbau der Fürstenberger Schiffswerften
bis 1884 entstehen eine Brikettfabrik, eine Anilinfabrik und eine Dampfer-Schifffahrts-Gesellschaft wird gegründet
1890 Vollendung des Rückstaudeichs und Abschluss der Oderregulierung  nach fast 40-jähriger Bauzeit
1891 Oder-Spree-Kanal mit allen Schleusenanlagen übergeben
1895 -1897 Verbreiterung des Oder-Spree-Kanals
1871-1900 Die Bevölkerungszahl verdoppelt sich auf ca. 5700.  

Es setzt ein großer Zustrom von Arbeitern und Beamten ein, die sich zum Teil mit ihren Familien in der Stadt niederließen. Auch im Handwerk kam es durch die Neuordnung der Innungen der Fleischer, Bäcker, Korbmacher, Schmiede und Schlosser zu einer gedeihlichen Entwicklung. Der Geschäftsverkehr belebte sich durch steigende Steuereinnahmen und lebhaften Geschäftsverkehr.

1900 Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung in Fürstenberg (Oder) durch Wirtschaftskrise in den USA (Aufträge für die Glashütte kamen größtenteils aus Amerika)
  Brikettfabrik und Grube dehnten jedoch die Produktion aus
1929 Neue Zwillingsschachtschleuse geht in Betrieb
  zweiter Weltkrieg  
  Nach Machtantritt der Nationalsozialisten wurde das seit Mitte des 19. Jh. im Gebiet der Kleinstadt Fürstenberg (Oder) geschaffene Industriepotential für Rüstungszwecke genutzt.
  Schon vor Beginn des zweiten Weltkriegs wurde in Fürstenberg (Oder) ein großes Gefangenenlager errichtet. Die Gefangenen arbeiteten zur Vorbereitung des Krieges in den Werken der DEGUSSA (Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt) und des Borsingkonzerns.
  Während des zweiten Weltkriegs erzeugte die DEGUSSA auf dem Gelände des heutigen Wohnkomplexes VI Formaldehyd. Ein unterirdisches Werk des Borsigkonzerns stellte Teile für Waffen her.
  Später wurden ein Kriegsgefangenenlager (Stalag III b) zur Inhaftierung von bis zu 50.000 Kriegsgefangenen (amerikanische, französische, jugoslawische, polnische und sowjetische) auf dem Gelände des späteren Hüttenwerks, in unmittelbarer Nähe des heutigen Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH-Geländes errichtet.
  Etwa 10.000 Gefangene sind ins KZ Sachsenhausen zur Vergasung transportiert worden. Die anderen Toten der Stalag III b wurden in Massengräbern auf dem späteren Baugelände der Erzaufbereitung und Sinteranlage gefunden  [In einem feierlichen Akt wurden 1950 über 4000 sowjetische Soldaten aus den Massengräbern auf dem "Platz des Gedenkens" im WK I beigesetzt].
 
  1945                 Vor Anrücken der sowjetischen Armee wurde Fürstenberg (Oder) zur Festung erklärt.Die Oderbrücke und die Brücke über den Oder-Spree-Kanal wurden gesprengt. Große Kriegsschäden in der Stadt. Alle Bewohner wurden evakuiert.
  Am 24.4.45 wurde Fürstenberg (Oder) befreit und war zeitweilig Garnisonsstadt der sowjetischen Armee.
    Beschluss beim III. Parteitag der damaligen SED (20.-24.7.50) zum Bau des Eisenhüttenkombinates Ost (EKO) und einer Wohnstadt (dem heutigen Eisenhüttenstadt)  
18.8.1950 symbolischer erster Axthieb und Beginn der Bauarbeiten des Eisenhüttenkombinats  
1951 1. Januar: Grundsteinlegung des Hochofen 1 durch Minister Fritz Selbmann 19. Sept.:  Inbetriebnahme(bis August 1954 werden weitere 5 Hochöfen angeblasen)
1953 Benennung der EKO-Wohnstadt als Stalinstadt
1955 Einweihung des Friedrich-Wolf-Theaters
1961 Zusammenlegung der Städte Stalinstadt und Fürstenberg (Oder) und Umbenennung zu Eisenhüttenstadt (Schönfließ war schon seit 1950 ein Ortsteil von Fürstenberg (Oder)
1965            Grundsteinlegung Kaltwalzwerk
1968 Inbetriebnahme
1978 Eröffnung der Schwimmhalle
1980 Eröffnung des Städtischen Museums
1981 Bau des Konverterstahlwerks
1984 Inbetriebnahme des Konverterstahlwerks
1986 erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft DDR-BRD Eisenhüttenstadt - Saarlouis
1989 politische Wende in der ehemaligen DDR
16.5.1990 VEB Bandstahlkombinat  "Hermann Matern" wird in EKO Stahl AG umgewandelt
1.7.1990 D-Mark wird Zahlungsmittel
3.10.1990 die DDR tritt der Bundesrepublik Deutschland bei
1990-1991 Stillegung der Hochöfen I, IV und V
1991 Arbeitskampf um den Erhalt von EKO in Eisenhüttenstadt (seit 3.7.2006 Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH) "Stirbt das Werk, stirbt auch die Stadt"
1992 Demonstration von 2000 EKO-Beschäftigten und Einwohnernder Stadt in Eisenhüttenstadt
1993 Demonstration der EKO Stahl AG-Belegschaft -Eisenhüttenstadt muss leben - darum Stahl!
1993 Eingemeindung des heutigen Ortsteiles Diehlo
1.1.1995 Erfolgreiche Privatisierung der EKO Stahl GmbH Zugehörigkeit zum belgischen Konzern Cockerill Sambre
1995   Grundsteinlegung Hochofen 5A
1996   Grundsteinlegung Warmwalzwerk
1996 Wiederaufbau und Fertigstellung der Neuen Deichbrücke über den Oder-Spree-Kanal
1997 Inbetriebnahme des Hochofens 5A, der modernisierten Sinteranlage,
  Inbetriebnahme Warmwalzwerk
1997 Hochwasser an der Oder - zahlreiche Dörfer, besonders die nahegelegene Ziltendorfer Niederung, sind durch den bis zu 8 m hohen Wasserstand betroffen
10/1998 die französische Stahlgruppe USINOR erwirbt die Mehrheitsbeteiligungan Cockerill Sambre
  EKO Stahl GmbH  wird Teil der USINOR-Gruppe (Europas größtem Stahlkonzern)
12/1999 Inbetriebnahme einer zweiten Verzinkungsanlage mit einerKapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr
2000 50-jähriges Jubiläum der Gründung von Stadt und Werk mit zahlreichen Veranstaltungen im Verlaufe des Jahres
  Höhepunkt waren die Festtage vom 24. bis 27. August 2000 mit zirka 150.000 Besuchern.
2001 Vorbereitungen zum Stadtumbau beginnen
  Projektstart Zukunft im Stadtteil - ZiS 2000
2002 EKO (seit 3.7.2006 Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH) gehört zum weltweit größten Stahlkonzern ARCELOR, welcher aus der Fusion von ARBED (Luxemburg), ACERALIA (Spanien) und USINOR (Frankreich) entstanden ist.
  Die Außensanierung des Friedrich-Wolf-Theaters ist erfolgt.
  Beginn der Baumaßnahmen der Oder-Lausitz-Trasse bei Eisenhüttenstadt  als schnelle Autobahnanbindung zur A 12
   
2003
2004
2005
2006
2007

Büro Bürgermeisterin, Leiterin und Pressesprecherin Frau Heyer


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